Immobilienmarkt 2026: Der Markt kommt wieder in Bewegung

Immobilienmarkt 2026: Der Markt kommt wieder in Bewegung

Mehr Wohnbaufinanzierungen, steigende Nachfrage und wieder höhere Immobilienpreise

Mehr Wohnbaufinanzierungen, steigende Nachfrage und wieder höhere Immobilienpreise

Nach zwei herausfordernden Jahren zeichnet sich am österreichischen Wohnimmobilienmarkt eine Stabilisierung ab. Die Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen hat sich deutlich erholt, es werden wieder wesentlich mehr Kredite vergeben und auch bei den Immobilienpreisen zeigt die Entwicklung wieder nach oben.

Von einem neuen Immobilienboom zu sprechen, wäre allerdings verfrüht. Die aktuellen Zahlen deuten vielmehr darauf hin, dass sich der Markt nach der deutlichen Abkühlung der vergangenen Jahre schrittweise normalisiert.

Wir haben die wichtigsten aktuellen Daten von Oesterreichischer Nationalbank (OeNB) und Statistik Austria zusammengefasst und eingeordnet.

Wohnbaukredite werden wieder deutlich stärker nachgefragt

Eines der deutlichsten Zeichen für die Belebung des Marktes zeigt sich bei der Immobilienfinanzierung.

Laut OeNB ist die Nachfrage privater Haushalte nach Wohnbaukrediten im 2. Quartal 2026 erneut gestiegen. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits Anfang 2024 begonnen und sich im Laufe des Jahres 2025 verstärkt hat.

Noch deutlicher wird die Veränderung bei den tatsächlich neu vergebenen Wohnbaukrediten:

Jänner 2024: rund 0,7 Mrd. Euro
März 2026: mehr als 1,6 Mrd. Euro
April 2026: mehr als 1,6 Mrd. Euro
Mai 2026: mehr als 1,6 Mrd. Euro

Damit hat sich das monatliche Neugeschäft gegenüber dem Tiefpunkt Anfang 2024 mehr als verdoppelt.

Interessant ist auch der längerfristige Vergleich: In den Jahren 2017 und 2018 – also noch vor dem außergewöhnlichen Kreditboom – wurden durchschnittlich rund 1,5 Mrd. Euro pro Monat an neuen Wohnbaukrediten vergeben. Von Juni 2025 bis Mai 2026 wurde laut OeNB wieder ungefähr dieses durchschnittliche Niveau erreicht.

Nicht mehr allein die Zinsen treiben die Nachfrage

Die Erholung der vergangenen beiden Jahre wurde zunächst wesentlich durch sinkende Finanzierungskosten unterstützt. Zwischen Juni 2024 und Juni 2025 senkte die EZB ihren maßgeblichen Leitzins schrittweise von 4 % auf 2 %. Parallel dazu gingen auch die Zinsen für Wohnbaukredite zurück.

Im Jahr 2026 hat sich das Bild jedoch verändert.

Die Wohnbaukreditzinsen stabilisierten sich zunächst und sind zuletzt wieder leicht gestiegen. Trotzdem nahm die Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen im zweiten Quartal weiter zu. Das allgemeine Zinsniveau spielte dabei laut OeNB nur noch eine untergeordnete Rolle.

Als wesentliche Gründe nennen die befragten Banken vielmehr verbesserte Aussichten für den Wohnimmobilienmarkt, die erwartete Preisentwicklung von Wohneigentum und einen gestiegenen Optimismus finanzierungswilliger Haushalte.

Das ist ein bemerkenswertes Signal: Die zunehmende Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen lässt sich inzwischen nicht mehr ausschließlich mit niedrigeren Zinsen erklären.

Immobilienpreise steigen wieder

Auch bei den Kaufpreisen hat sich die Richtung verändert.

Nach zwei Jahren mit rückläufigen Preisen verteuerten sich Wohnimmobilien in Österreich im Jahr 2025 erstmals wieder um durchschnittlich 2,6 %. Neue Wohnungen und Häuser wurden um 2,9 % teurer, bestehender Wohnraum um 2,5 %.

Im 1. Quartal 2026 setzte sich diese Entwicklung fort:

Wohnimmobilien gesamt: +3,5 %
Bestehender Wohnraum: +3,5 %
Neuer Wohnraum: +3,2 %

jeweils gegenüber dem 1. Quartal 2025.

Die Zahlen sprechen damit für eine moderate Preiserholung – nicht für einen neuerlichen sprunghaften Preisanstieg.

Auch die Zahl der Immobilienkäufe hat sich erholt

Bereits 2025 zeigte sich die zunehmende Aktivität sehr deutlich bei den Transaktionen.

Nach vorläufigen Daten von Statistik Austria wurden in Österreich 18,3 % mehr Wohnimmobilien gekauft als 2024. Das war der stärkste Anstieg bei den Wohnimmobilientransaktionen seit mehr als einem Jahrzehnt.

Besonders deutlich fiel die Erholung bei neuem Wohnraum aus: Hier nahm die Zahl der Käufe gegenüber 2024 um 29,6 % zu. Bei bestehendem Wohnraum betrug das Plus 16,2 %.

Damit zeigen Finanzierung, Transaktionen und Preise inzwischen in dieselbe Richtung: Die außergewöhnlich schwache Marktphase liegt zunehmend hinter uns.

Weniger Neubau trifft auf wieder steigende Nachfrage

Gleichzeitig zeichnet sich auf der Angebotsseite eine gegenläufige Entwicklung ab. Die Wohnbautätigkeit ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

Im Jahr 2025 wurden österreichweit nur noch 31.979 Wohnungen in neuen Gebäuden bewilligt – der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2010. Gegenüber 2024 entspricht das einem weiteren Rückgang von 7,1 %.

Besonders deutlich wird die Entwicklung im längerfristigen Vergleich: 2015 waren noch 53.043 Wohnungen in neuen Gebäuden bewilligt worden. Bis 2025 ist diese Zahl damit um rund 40 % zurückgegangen. Bei größeren Wohngebäuden mit drei oder mehr Wohnungen sank die Zahl der bewilligten Wohnungen allein zwischen 2020 und 2025 von 45.296 auf 21.661 – also um mehr als die Hälfte.

Auch eine rasche Trendwende im Wohnbau zeichnet sich bislang nicht ab. Die OeNB erwartet für 2026 einen weiteren Rückgang der realen Wohnbauinvestitionen um 1,3 % und erst ab 2027 wieder eine Erholung.

Damit stellt sich für die kommenden Jahre eine wesentliche Frage:

Was passiert, wenn wieder stärkere Nachfrage auf deutlich weniger neuen Wohnraum trifft?
Ob und in welchem Ausmaß sich diese Entwicklung künftig auf die Immobilienpreise auswirken wird, lässt sich heute noch nicht seriös beantworten. Neben Angebot und Nachfrage spielen Finanzierungskosten, Einkommen, die allgemeine Konjunktur und nicht zuletzt erhebliche regionale Unterschiede eine wesentliche Rolle.

Fest steht jedoch: Die weitere Entwicklung von Neubauangebot und Nachfrage wird einer der entscheidenden Faktoren für den Wohnimmobilienmarkt der kommenden Jahre sein.

Ein Sondereffekt im ersten Halbjahr 2026

Bei der Interpretation der jüngsten Finanzierungszahlen ist allerdings noch ein Faktor zu berücksichtigen.

Die temporäre Befreiung von bestimmten Grundbuch-Eintragungsgebühren endete mit Juni 2026. Laut OeNB dürfte diese Regelung die Transaktionskosten reduziert und damit die Nachfrage unterstützt haben. Außerdem könnten geplante Finanzierungen in das zweite Quartal vorgezogen worden sein.

Die außergewöhnlich hohen Kreditvergaben im Frühjahr sollten deshalb nicht einfach auf das gesamte zweite Halbjahr hochgerechnet werden.

Passend dazu erwarten die von der OeNB befragten Banken für das 3. Quartal 2026 keinen weiteren Anstieg der Nachfrage nach privaten Wohnbaukrediten.

Was bedeutet die Entwicklung für Käufer?

Die Rahmenbedingungen für einen Immobilienkauf haben sich gegenüber den besonders schwierigen Jahren 2022 bis 2024 verbessert. Finanzierungen sind wieder stärker gefragt und der Markt bietet Käufern grundsätzlich wieder mehr Planungssicherheit.

Gleichzeitig zeigt die aktuelle Preisentwicklung, dass die Phase generell sinkender Immobilienpreise zumindest vorerst beendet scheint.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Käufer unter Zeitdruck entscheiden sollten. Lage, Qualität, Kaufpreis, Eigenmittel und Finanzierung müssen weiterhin für jedes Objekt individuell beurteilt werden. Gerade bei Neubauprojekten können sich Preisentwicklung und Nachfrage je nach Bezirk, Mikrolage und Projekt deutlich unterscheiden.

Was bedeutet die Entwicklung für Verkäufer?

Auch für Eigentümer hat sich das Marktumfeld verbessert. Mehr Transaktionen und eine höhere Finanzierungsnachfrage bedeuten grundsätzlich wieder einen größeren Kreis potenzieller Käufer.

Die aktuellen Daten rechtfertigen allerdings nicht automatisch höhere Angebotspreise. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Käufer preisbewusst geworden sind und Immobilien sehr genau vergleichen.

Eine realistische Marktwerteinschätzung und marktgerechte Positionierung bleiben daher entscheidend für einen erfolgreichen Verkauf.

Trendwende ja – neuer Immobilienboom nein

Die aktuellen Zahlen zeigen eine klare Veränderung gegenüber den vergangenen Jahren:

Die Nachfrage nach Wohnbaukrediten steigt. Die Kreditvergabe hat sich deutlich erholt. Es werden wieder mehr Immobilien gekauft. Und die Wohnimmobilienpreise steigen moderat.

Gleichzeitig liegen die Finanzierungskosten weiterhin deutlich über dem außergewöhnlich niedrigen Zinsniveau der Boomjahre. Die OeNB geht daher auch nicht davon aus, dass die Kreditvolumina der Jahre 2019 bis 2022 auf absehbare Zeit wieder erreicht werden.

Hinzu kommt ein strukturell rückläufiges Neubauangebot. Welche Auswirkungen diese Verknappung bei einer gleichzeitig wieder stärkeren Nachfrage auf die Immobilienpreise haben wird, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Für 2026 spricht daher vieles weniger für einen neuen Boom als für eine Normalisierung des österreichischen Wohnimmobilienmarktes – unter veränderten Rahmenbedingungen auf der Angebots- und Nachfrageseite.

Die nächsten wichtigen Daten folgen am 23. September 2026. Dann veröffentlicht Statistik Austria den Häuserpreisindex für das 2. Quartal 2026. Erst damit lässt sich die Preisentwicklung des gesamten ersten Halbjahres beurteilen.

Quellen:

Oesterreichische Nationalbank – Kreditgeschäft und Wohnbaufinanzierung

Statistik Austria – Häuserpreisindex und Wohnimmobilienpreise

Statistik Austria – Baubewilligungen 2025

Häufige Fragen zum Immobilienmarkt 2026

Der österreichische Wohnimmobilienmarkt zeigt 2026 deutliche Anzeichen einer Erholung. Die Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen ist gestiegen, es werden wieder mehr Immobilien gekauft und auch die Wohnimmobilienpreise entwickeln sich wieder moderat nach oben. Von einem neuen Immobilienboom kann dennoch nicht gesprochen werden – vielmehr deutet vieles auf eine schrittweise Normalisierung des Marktes hin.

Das Neugeschäft bei Wohnbaukrediten hat sich gegenüber dem Tiefpunkt Anfang 2024 deutlich erholt. Im Frühjahr 2026 wurden monatlich wieder mehr als 1,6 Milliarden Euro an neuen Wohnbaukrediten vergeben. Damit bewegt sich die Kreditvergabe wieder ungefähr auf dem durchschnittlichen Niveau der Jahre vor dem außergewöhnlichen Immobilien- und Kreditboom.

Ja. Laut Statistik Austria lagen die Preise für Wohnimmobilien im 1. Quartal 2026 um 3,5 % über dem Vergleichsquartal des Vorjahres. Sowohl bestehender als auch neuer Wohnraum wurde teurer. Die Entwicklung spricht derzeit für eine moderate Preiserholung und nicht für sprunghafte Preissteigerungen.

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Finanzierungssituation hat sich gegenüber den besonders schwierigen Jahren 2022 bis 2024 verbessert, gleichzeitig steigen die Immobilienpreise wieder moderat. Entscheidend sind daher die persönliche Finanzierungssituation sowie Lage, Qualität und Preis der jeweiligen Immobilie. Wer langfristig kaufen möchte und eine passende Immobilie zu einem marktgerechten Preis findet, sollte seine Entscheidung nicht ausschließlich vom Versuch abhängig machen, den perfekten Zeitpunkt am Markt zu treffen.

Die aktuellen Daten sprechen dafür. Sowohl die Nachfrage nach Wohnbaukrediten als auch die Zahl der Immobilientransaktionen haben sich deutlich erholt. Laut OeNB hat die Nachfrage privater Haushalte nach Wohnbaukrediten im 2. Quartal 2026 erneut zugenommen. Bereits 2025 wurden laut Statistik Austria deutlich mehr Wohnimmobilien gekauft als im Jahr davor.

Das lässt sich derzeit nicht seriös prognostizieren. Fest steht jedoch, dass deutlich weniger neue Wohnungen bewilligt und gebaut werden als noch vor einigen Jahren. Sollte diese Angebotsverknappung künftig auf eine weiter steigende Nachfrage treffen, könnte dies zusätzlichen Einfluss auf die Preisentwicklung haben. Finanzierungskosten, Einkommen, Konjunktur und regionale Unterschiede bleiben jedoch ebenfalls entscheidende Faktoren.

Die Rahmenbedingungen für Verkäufer haben sich verbessert. Mehr Immobilientransaktionen und eine höhere Finanzierungsnachfrage vergrößern grundsätzlich den Kreis potenzieller Käufer. Entscheidend bleibt jedoch eine realistische Preisgestaltung. Überhöhte Angebotspreise können auch in einem sich erholenden Markt zu langen Vermarktungszeiten führen.

Dafür gibt es derzeit keine ausreichenden Anzeichen. Nachfrage, Transaktionen und Preise entwickeln sich zwar wieder positiver, gleichzeitig liegen die Finanzierungskosten weiterhin deutlich über dem außergewöhnlich niedrigen Niveau früherer Jahre. Für 2026 spricht daher eher vieles für eine Normalisierung des Wohnimmobilienmarktes als für einen neuen Immobilienboom.